50 Thesen zur Vertreibung

Vorkämpfer einer besseren Welt

Der „Vertreibungsforscher“ (Matthias Stickler in FAZ 31.7.2006, S. 6) de Zayas hat 50 Thesen zur Vertreibung zusammengestellt. Seine Thesen hat er durch Abdruck der Ansprachen des UN-Hochkommissars für Menschenrechte von 1955 und 2005, Grußbotschaften von Papst Johannes Paul II. 2003 und Papst Benedikt XVI. 2005 sowie der Erklärung der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen von 1998 in 13 Artikels über „Bevölkerungstransfers und die Sesshaftmachung von Siedlern“ belegt. Eine Auswahlbibliographie, in der selbst Günter Grass mit seinem „Krebsgang“ von 2002 zu sicher ungewollten Ehren kommt, ist beigefügt. Die Durchsetzung seiner Grundthese, „Heimatrecht ist Menschenrecht“ (2001), wird wie das allgemeine Völkerrecht von politischen Rahmenbedingungen abhängen. Das weiß auch de Zayas, der vielfach noch immer als Rufer in der Wüste gilt oder ganz einfach nicht zur Kenntnis genommen wird, wie z.B. in der umstrittenen Entscheidung des Bundessozialgerichts über die unterschiedslose Aufhebung sämtlicher Urteile von Kriegsgerichten des letzten Weltkrieges, womit auch Wehrmachtsangehörige, die wegen Verbrechen an der russischen Zivilbevölkerung (Vergewaltigung) verurteilt waren, rehabilitiert worden sind; de Zayas hatte sich für Einzelfallenentscheidungen eingesetzt. De Zayas, Vorkämpfer einer besseren Welt, lässt sich jedoch nicht einschüchtern, wie auch aus seiner Einleitung deutlich wird (S.5-7). De Zayas hat sein Lebenswerk in gelungener Kürze für den Handgebrauch veröffentlicht.

Rainer Assmann, Besprechung in „Neue Zeitschrift für Wehrrecht“, Nr. 6/2009, S. 263-264