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80 Thesen zur Vertreibung. Aufarbeiten statt verdrängen. (November 2019)

80 Thesen zur Vertreibung

Jeder vierte Deutsche hat familiäre Wurzeln im untergegangenen, „alten“ Ostdeutschland, also in Schlesien, Pommern, Ost- und Westpreußen oder im Sudetenland. Die gewaltsame Entwurzelung von rund 14 Millionen Menschen aus diesen Regionen nach dem Zweiten Weltkrieg ist eine Zäsur der deutschen Geschichte und hat die Landkarte Europas verändert. Und doch ist es still geworden um dieses Ereignis. Medien und Schulbücher berichten seit langem nur noch wenig darüber, Unwissen ist die Folge. Nur noch ein geringer Anteil der jungen Menschen in Deutschland kann Schlesien, einst eine blühende deutsche Region von der doppelten Größe Hessens, überhaupt noch auf der Landkarte finden.

Dieses Buch versteht sich als Antithese zu Verdrängung und Vergessen. Es ist ein Appell, die historischen Fakten zur Kenntnis zu nehmen, sie völkerrechtlich richtig zu bewerten und dann Schlussfolgerungen zu ziehen: Auch heute noch könnten mit gutem Willen viele Unrechtsfolgen der Vertreibung überwunden werden. Nach Überzeugung der Autoren hätte ganz Europa den Nutzen davon.

Der US-amerikanische Völkerrechtler und Historiker Prof. Dr. Alfred-Maurice de Zayas hat mit diesem Buch jahrzehntelange Forschungen und menschenrechtliche Tätigkeit für die Vereinten Nationen in Genf in 80 Thesen gegossen. Die Vertreibung der Deutschen stellt de Zayas in den weltweiten Kontext einer Situation, in der aktuell über 60 Millionen Menschen von Flucht, Vertreibung und erzwungener Migration betroffen sind. Schon seit mehreren Jahren vertreten die Vereinten Nationen sehr klar das Recht auf die Heimat („right to one‘s homeland“) als Menschenrecht, eine Entwicklung zu der Alfred de Zayas durch seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen und zugleich durch seine Arbeit als hochrangiger UNO-Experte beigetragen hat, die aber ausgerechnet in Deutschland nicht allzu viel Beachtung gefunden hat.

Das Buch schließt an eine Broschüre aus dem Jahr 2008 an, die „50 Thesen zur Vertreibung“ von Alfred de Zayas, die im selben Verlag erschienen und seit kurzem vergriffen sind. Die „80 Thesen“ sind freilich ein komplett neues, im Umfang mehr als vervierfachtes Buch, das die einschlägigen politischen und völkerrechtlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre berücksichtigt. Viele der Thesen des engagierten Völkerrechtlers sind verglichen mit der Fassung von 2008 noch genauer begründet, noch differenzierter formuliert und noch breiter in den aktuellen geistesgeschichtlichen Kontext Europas eingebettet. Beispielsweise zeigt de Zayas erstmals auf, wie klar jede Vertreibung auch gegen die Zehn Gebote und generell gegen die christliche Ethik verstößt.

Zu den Neuerungen gehört die Koautorschaft des alten und neuen Verlegers Konrad Badenheuer. Seine Beiträge zu dem Buch verleihen den Thesen insbesondere eine exakte Kontextualisierung in die bundesdeutsche geistige Landschaft der Gegenwart. Der Berliner Publizist und Journalist mit Insiderkenntnissen der Vertriebenenverbände geht der Frage nach, wie die massive Verdrängung der Deutschen beim Thema Vertreibung überhaupt zu erklären ist. Wie war es beispielsweise möglich, dass Begriffe wie „Ostdeutschland“ und „Ostbrandenburg“ einfach ihre Bedeutung ändern konnten und heute andere Regionen bezeichnen als früher? Was haben die verschiedenen Bundesregierungen und die Betroffenen selbst durch ihr Tun und Lassen zu dieser – aus Sicht der Betroffenen gewiss fatalen – Entwicklung beigetragen? Der Autor gibt faszinierende Antworten. Die Arbeit der Landsmannschaften seit ihrer Konstituierung um 1950 unterzieht er einer differenzierten, aber in einigen Punkten fast drastischen Kritik. Sein Fazit bleibt für die lange Frist dennoch optimistisch.

Ein weiterer Beitrag aus seiner Feder vergleicht die in Deutschland wenig bekannte Wiedergutmachungspolitik der osteuropäischen Staaten gegenüber den Vertriebenen seit dem Jahre 1990. Wissenschaftliches Neuland erschließt seine Untersuchung der Frage, wie viele Ost- und Sudetendeutsche erst nach ihrer eigentlichen Vertreibung an deren Folgen ums Leben gekommen sind – insbesondere durch hungerbedingte Krankheiten und mangelnde medizinische Versorgung. Im genauen Vergleich mehrerer bereits vorhandener Veröffentlichungen aus verschiedenen Herkunfts- und Aufnahmegebieten quantifiziert er diesen Verlust mit knapp 3,5 Prozent der Betroffenen oder etwa 410.000 Personen. Die bisherige Forschung hat diese Frage ignoriert und damit einen großen weißen Fleck hinterlassen.

Das Buch dokumentiert schließlich wichtige Entschließungen des Bundestages und des Europäischen Parlaments sowie wegweisende Erklärungen der Vereinten Nationen zur Wiedergutmachung von Vertreibungen. Alle diese Dokumente sind aus den 1990er Jahren, also vergleichsweise jung. Im Faksimile wird das Telegramm eines britischen Diplomaten vom 1. August 1945 wiedergegeben und analysiert, was neue Einsichten über die Erwartungen und das Kalkül der damaligen britischen Regierung hinsichtlich der Vertreibung eröffnet. Einige Landkarten und Fotos runden den Dokumentationsteil ab.

Alfred de Zayas / Konrad Badenheuer:
80 Thesen zur Vertreibung – Aufarbeiten statt verdrängen
Taschenbuch, 216 Seiten, mit 15 Abbildungen, davon drei Karten,
ISBN 978-3-945127-292.

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Jüdische Spuren im ehemaligen Sudetenland (Januar 2019)

Jüdische Spuren im ehemaligen Sudetenland
Jüdische Spuren im ehemaligen Sudetenland

Rund 120.000 Juden lebten in den 1920er Jahren in Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien, also im Gebiet der heutigen Tschechischen Republik. Die weitaus meisten waren deutschsprachig und etwa 25.000 von ihnen lebten im deutsch besiedelten Grenzland, das seit etwa dem Jahr 1900 immer öfter „Sudetenland“ genannt wurde.

Genau wie anderswo in der Habsburgermonarchie und in anderen Ländern Europas haben diese Menschen mit Intelligenz und Kreativität, Geschick und Fleiß enorm viel zu den kulturellen und wirtschaftlichen Erfolgen ihrer Heimat beigetragen. Seit der rechtlichen Gleichstellung des 19. Jahrhunderts waren sie ein allgemein respektierter und gleichberechtigter Teil der Bevölkerung Böhmens und Mährens, im deutsch-tschechischen Nationalitätenstreit des 19. Jahrhunderts standen sie mit großer Mehrheit auf der deutschen Seite. Der Zerfall Österreich-Ungarns nach dem Ersten Weltkrieg brachte das erste Zerwürfnis zwischen Deutschen und Juden im Sudetenland, wobei viele Juden sich noch lange nach 1918 als Deutsche verstanden und auch als solche akzeptiert worden sind.

Erst der Aufstieg des Nationalsozialismus brachte den endgültigen Bruch und dann die Katastrophe für die jüdische Bevölkerung der böhmischen Länder. Fast zwei Drittel wurden im Holocaust ermordet. Die Überlebenden stießen 1945 auf eine Tschechoslowakei, deren Regierung sich verbal pro-jüdisch gab und 1948 den neugegründeten Staat Israel sogar militärisch unterstützte. Im eigenen Land sah es anders aus. Die tschechoslowakischen Behörden verschleppten die Rückgabe des vor 1945 „arisierten“ Eigentums und verweigerten sie ab 1948 ganz. Den Überlebenden wurde bedeutet, dass sie in ihrer Heimat keine Zukunft hätten, die meisten zogen die Konsequenz und emigrierten. Nur noch etwa 3.000 Juden wurden 1980 im Gebiet der heutigen Tschechischen Republik gezählt, ihr materielles und immaterielles Erbe war in der sozialistischen Tschechoslowakei dem Verfall und dem Vergessen preisgegeben.

Dieses Buch geht den jüdischen Spuren im ehemaligen Sudetenland nach, den Friedhöfen und Synagogen, einstigen Privathäusern, aber auch den nichtmateriellen Hinterlassenschaften. Die acht tschechischen, deutschen und jüdischen Autoren beschreiben für ausgewählte Städte und Bezirke, was nach der Barbarei der Nazizeit und der anschließenden jahrzehntelangen Vernachlässigung übrig geblieben ist von einer Gemeinschaft, die zu den Erfolgen ihrer Heimat einen Beitrag geleistet hat, der ihre zahlenmäßige Größe bei weitem überstieg. Das Beispiel einzelner Persönlichkeiten und Familien macht eine dramatische Geschichte anschaulich und greifbar.

Wilfried Heller (Hrsg.): „Jüdische Spuren im ehemaligen Sudetenland“

Mit Beiträgen von Stanislav Děd, Eva Doležalová, Wolf-Dieter Hamperl, Wilfried Heller, Tomáš Kraus, Werner Pöllmann, Sebastian Schott und Blanka Soukupová.

Taschenbuch im Format A 5 (21 x 14,7 cm), 165 Seiten, mit 46 Abbildungen, davon sieben Landkarten und Stadtpläne, ISBN 978-3-945127-261.

Wiederverkäufer beliefern wir wie immer mit 35% Rabatt, Rezensionsexemplare kostenlos.

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Das vergessene Drama: Verschwundene Orte

Verschwundene Orte

Jetzt in stark erweiterter 2. Auflage mit Beträgen über Schlesien und das nördliche Ostpreußen (Königsberger Gebiet).

Die Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg hatte ein dramatische, kaum bekannte Folge: Weit über 3200 Ortschaften sind komplett von der Landkarte verschwunden. Bis heute kennt niemand die genaue Zahl, denn noch kein Wissenschaftler hat eine vollständige Liste dieser Wüstungen erstellt. Wirtschaftliche und soziale Verwerfungen und ein tiefgreifender Wandel der Kulturlandschaften sind die Folgen des massenhaften Untergangs ehemals deutscher Dörfer.

Besonders betroffen ist das Sudetenland, wo nach tschechischen Quellen über 2400 ländliche Siedlungen nicht mehr existieren. Eine internationale Fachtagung unter Leitung von Prof. Dr. Wilfried Heller hat es im November 2016 unternommen, diesen „weißen Fleck“ am Beispiel des Sudetenlandes und Masurens (südliches Ostpreußen) zu untersuchen. Gefördert wurde diese deutsch-polnisch-tschechische Tagung „Egerer Gespräche“ vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Die Broschüre „Verschwundene Orte – Zwangsaussiedlungen, Neuansiedlungen und verschwundene Orte in ehemals deutschen Siedlungsgebieten Ostmitteleuropas“ dokumentiert die schriftlich vorliegenden Referate.

Der Einband des Buches zeigt die Sprengung der Kirche des Ortes Kapellen im Böhmerwald am 4. Juli 1959. Ein einzigartiges Bilddokument aus Beständen des früheren tschechoslowakischen Sicherheitsdienstes.

Wilfried Heller (Hrsg.): „Verschwundene Orte – Zwangsaussiedlungen, Neuansiedlungen und verschwundene Orte in ehemals deutschen Siedlungsgebieten Ostmitteleuropas“

Mit Beiträgen von David Kovařík, Sandra Kreisslová, Wolf-Dieter Hamperl, Franz Worschech, Krystian Heffner/Agniezka Latochka, Dawid Smolorz, Ulrich Mai und Yuri Kostyashov. Taschenbuch im Format A 5 (21 x 14,7 cm), 168 Seiten, mit 64 Abbildungen davon sechs Karten, ISBN 978-3-945127-230.

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Konrad Löw: Adenauer hatte recht (erweiterte 2. Auflage)

Koch mal Kirgisisch

Schneller als erwartet war die erste Auflage dieses Buches vergriffen, in der der Politikwissenschaftler Konrad Löw mit vielen Belegen aufzeigt, wie und warum das Bild der ganz normalen Deutschen in der NS-Zeit im historischen Rückblick immer negativer wird.

Die um ein Viertel erweiterte zweite Auflage bringt neue, bedrückende Beispiele für eine völlig aus dem Ruder gelaufene „Geschichtspolitk“, bei der belegbare Fakten immer weniger gelten. Das Buch wurde am 16. Juni mit Prof. Alfred Grosser im Münchner PresseClub präsentiert, zu den Anwesenden gehörte Münchens Altbürgermeister Hans-Jochen Vogel, ein noch lebender Zeitzeuge, der sich engagiert an der Diskussion beteiligte.

Neue Inhalte der 2. Auflage sind vor allem:

  • Einige bisher verschwiegene Fakten über die Rettung der späteren Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, in den Jahren 1942 bis 1945.
  • Haarsträubende Tatsachen über Joschka Fischers Umgang als Bundesaußenminister mit ehemaligen und verstorbenen Diplomaten des Auswärtigen Amtes - insbesondere sein Rufmord am angeblichen „schrecklichen Juristen“ Dr. Franz Nüßlein. Fischer wies ihm ohne Beleg eine Mitverantwortung an bis zu 900 Hinrichtungen im besetzten Prag zu, tatsächlich ist Nüßlein in der NS-Zeit nicht nur unbelastet geblieben, sondern hat mehrere zum Tode Verurteilte gerettet. Das Buch benennt einen anderen, tatsächlich verantwortlichen NS-Juristen für einen Teil dieser Urteile, der aber nie belangt wurde und in Deutschland nach 1945 unbehelligt als Staatsanwalt weiter arbeiten konnte.
  • Ein Kapitel über die Frage, ob die hohen deutschen Zahlungen an die EU und insbesondere an Griechenland womöglich auch verdeckte Reparationszahlungen für den zweiten Weltkrieg sind. Dies hat der Hamburger Rechtswissenschaftler Prof. Frank Schorkopf unlängst so behauptet.
  • Neu ist vor allem das Kapitel „Hitlers langer Schatten – Deutschland im Zuwanderungsrausch“. Hier belegt Konrad Löw eindrucksvoll, wie der verfehlte Versuch, durch beispiellose Großzügigkeit gegenüber Flüchtlingen und Migranten zusätzliche Wiedergutmachung für NS-Verbrechen zu leisten, in sein Gegenteil umgeschlagen ist: Deutschland bevormundet Europa, bricht geltendes Recht und stärkt nationalistische Kräfte in ganz Europa. Zu allem Übel sind durch den „deutschen Sonderweg“ der radikalen Grenzöffnung, der wohl als das Gegenteil von NS-Politik gedacht war, zigtausende Menschen mit zutiefst undemokratischen und rechtsradikalen Überzeugungen, ja sogar harte Antisemiten nach Deutschland gekommen. Die lesenswerte Analyse einer neuen, deutschen Verirrung!

Konrad Löw: Adenauer hatte recht – Warum verfinstert sich das Bild der unter Hitler lebenden Deutschen?

Mit einem Nachwort von Alfred de Zayas.

Taschenbuch im Format 21 x 14,7 cm, 253 Seiten mit 2 Abbildungen. Erweiterte zweite Auflage 2016, ISBN 978-3-945127-10-0.

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