Jüdische Spuren im ehemaligen Sudetenland

Die Rettung der Synagoge in Jägerndorf (Bild auf dem Bucheinband)

Die Bilder auf dem Einband zeigen die 1871/72 errichtete Synagoge in Jägerndorf (Krnov) in Österreichisch-Schlesien. Sie blieb im Pogrom der Reichskristallnacht vom November 1938 als eine von wenigen Synagogen im Sudetenland unzerstört. Möglich wurde das, weil auf Initiative des Jägerndorfer Bauunternehmers und Stadtrats Franz Irblich (1905-1960) in den Tagen zwischen dem Münchner Abkommen (30.9.1938) und dem Eintreffen der Wehrmacht in Jägerndorf (7.10.) eilig alle jüdischen Symbole von dem Gebäude entfernt und es zur Markthalle umfunktioniert wurde. Auch die Thorarollen und weitere Kultgegenstände konnten gerettet werden. Nach Kriegsende und Vertreibung der Deutschen aus Jägerndorf 1945/46 diente der Bau dem tschechoslowakischen Staat zunächst als Depot, dann als Bezirksarchiv. 1994 wurde die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Olmütz zurückgegeben und später umfassend saniert.